Auf vielen Verpackungen von Hundesnacks und Kauartikeln finden sich Angaben wie Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser. Doch was bedeutet eigentlich „Rohfett“? Und was sagt ein Wert von beispielsweise 16 % über einen Kausnack aus?
Wer diese Angabe versteht, kann Produkte besser vergleichen und die tägliche Fütterung bewusster gestalten.
Was ist Rohfett?
Rohfett ist ein analytisch bestimmter Bestandteil von Futtermitteln. Der Begriff bezeichnet die Stoffe, die mit einem festgelegten Analyseverfahren als Fettfraktion erfasst werden.
Dazu gehören insbesondere Fette, aber je nach Untersuchungsverfahren auch weitere fettlösliche Stoffe.
Das Wort „roh“ bedeutet dabei nicht, dass das Fett unbehandelt oder besonders naturbelassen ist. Es handelt sich um eine traditionelle Bezeichnung aus der Futtermittelanalytik.
Was bedeutet ein Rohfettgehalt von 16 %?
Enthält ein Hundesnack laut Deklaration 16 % Rohfett, entspricht das rechnerisch 16 g Rohfett je 100 g Produkt.
Die Fettmenge einer Portion lässt sich folgendermaßen berechnen:
Gewicht des Snacks × Rohfettgehalt ÷ 100 = rechnerische Rohfettmenge
Beispiel:
50 g Kauartikel × 16 ÷ 100 = 8 g Rohfett.
Die Berechnung beschreibt die Fettmenge anhand des deklarierten Prozentwertes. Sie sagt noch nichts darüber aus, wie viel Energie der Hund aus dem Snack tatsächlich verwertet.
Warum wird Rohfett bei Hundesnacks angegeben?
Die analytischen Bestandteile helfen dabei, die Nährstoffzusammensetzung eines Futtermittels einzuordnen.
Bei Kauartikeln ist die Angabe besonders interessant, weil natürliche tierische Rohstoffe sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein können.
So können beispielsweise zwei getrocknete Schweineohren verschiedener Hersteller unterschiedliche Rohfettgehalte besitzen.
Ohne eine konkrete Angabe lässt sich dieser Unterschied kaum zuverlässig beurteilen.
Welche analytischen Bestandteile gibt es noch?
Neben Rohfett begegnen Ihnen auf Futtermittelverpackungen häufig weitere Begriffe.
| Angabe | Bedeutung |
| Rohprotein | Analytisch ermittelter Proteingehalt auf Grundlage des Stickstoffgehalts |
| Rohfett | Analytisch bestimmte Fettfraktion |
| Rohasche | Mineralischer Rückstand nach der Veraschung |
| Rohfaser | Bestimmte, mit einem standardisierten Verfahren erfasste Faserbestandteile |
| Feuchtigkeit | Wassergehalt des Futtermittels |
Diese Angaben beschreiben unterschiedliche Bestandteile des Produkts. Sie sind jedoch keine vollständige Aussage über dessen Ernährungsqualität.
Ist Rohasche zugesetzte Asche?
Nein. Rohasche bezeichnet den mineralischen Rückstand einer Laboranalyse. Es bedeutet nicht, dass dem Futter Asche zugesetzt wurde.
Ist Rohprotein dasselbe wie hochwertiges Protein?
Nein. Der Rohproteingehalt beschreibt eine analytisch bestimmte Menge. Er sagt allein nichts über die Aminosäurenzusammensetzung oder Verdaulichkeit aus.
Dasselbe Prinzip gilt für Rohfett: Die Menge allein beschreibt nicht die gesamte ernährungsphysiologische Bedeutung der enthaltenen Fette.
Bedeutet mehr Rohfett automatisch mehr Kalorien?
Fett besitzt eine höhere Energiedichte als Protein oder Kohlenhydrate. Deshalb beeinflusst der Fettgehalt den Energiegehalt eines Hundesnacks.
Trotzdem kann der Kaloriengehalt nicht allein aus dem Rohfettwert berechnet werden.
Auch die übrigen energieliefernden Bestandteile, die Verdaulichkeit und der Wassergehalt spielen eine Rolle.
Zwei Kauartikel mit identischen 16 % Rohfett können deshalb unterschiedliche Energiegehalte aufweisen.
Für die tägliche Futterplanung ist eine konkrete Energieangabe des Herstellers hilfreicher als eine Schätzung anhand des Rohfettwertes.
Warum spielt die Feuchtigkeit beim Vergleich eine Rolle?
Ein frisches Stück Fleisch enthält normalerweise deutlich mehr Wasser als ein getrockneter Kauartikel.
Durch die Trocknung sinkt der Wassergehalt. Dadurch erscheinen die Anteile der übrigen Bestandteile pro 100 g Produkt höher.
Ein Vergleich zwischen einem frischen und einem getrockneten Produkt kann daher zu falschen Schlussfolgerungen führen.
Wer Nährstoffgehalte unabhängig vom Wasseranteil vergleichen möchte, kann sie auf die sogenannte Trockenmasse beziehen.
Dafür muss allerdings der Feuchtigkeitsgehalt bekannt sein.
Beispiel: Rohfett bei pahema Schweineohren
Die getrockneten Schweineohren aus Bayern von pahema enthalten laut Produktangabe 16 % Rohfett.
Das ist eine konkrete Information, mit der sich die Schweineohren gegenüber anderen Produkten einordnen lassen.
Die Angabe allein bedeutet jedoch nicht, dass die Schweineohren beliebig häufig gefüttert werden können. Auch ihre Größe und die gesamte Futterration sind entscheidend.
Häufige Fragen zu Rohfett
Bedeutet Rohfett, dass der Snack roh ist?
Nein. „Rohfett“ ist ein Begriff aus der Futtermittelanalytik und beschreibt eine analytisch bestimmte Stoffgruppe.
Ist Rohfett schlecht für Hunde?
Nein. Fett ist ein normaler Bestandteil der Ernährung und liefert Energie sowie essenzielle Fettsäuren. Wie viel Fett geeignet ist, hängt von der gesamten Fütterung und dem individuellen Bedarf ab.
Ist ein niedriger Rohfettwert immer besser?
Nein. Ein niedrigerer Wert kann für bestimmte Fütterungsziele relevant sein. Die Eignung eines Hundesnacks hängt aber auch von der Portionsgröße, dem Energiegehalt und weiteren Eigenschaften ab.
Kann ich aus Rohfett den Kaloriengehalt berechnen?
Nicht zuverlässig. Dafür werden weitere Informationen zur Zusammensetzung und Energieverwertung benötigt.
Warum haben getrocknete Kauartikel häufig hohe Nährstoffwerte?
Weil ihnen bei der Trocknung Wasser entzogen wird. Die verbleibenden Bestandteile machen dadurch einen größeren Anteil des Produktgewichts aus.
Fazit
Rohfett ist eine wichtige analytische Angabe auf Hundesnacks. Sie zeigt, wie hoch der Fettanteil eines Produkts nach dem verwendeten Analyseverfahren ist.
Für einen sinnvollen Vergleich sollten Sie zusätzlich die Portionsgröße, den Wassergehalt und möglichst den Energiegehalt berücksichtigen.
So wird aus einer Prozentzahl eine Information, die bei der Futterauswahl tatsächlich weiterhilft.












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